Offshore Hosting

Der Begriff Offshore ist den meisten in Verbindung mit Offshore-Ländern bekannt; hier spricht man im Allgemeinen von Sonderwirtschafts- und Finanzzonen, oder vereinfacht ausgedrückt von steuerrechtlich begünstigten Ländern. Offshore Hosting ist demnach grundsätzlich erst einmal nur die Begrifflichkeit dafür, Webcontent außerhalb des eigenen Landes hosten zu lassen. Grundsätzlich kann Offshore Hosting beispielsweise aus finanziellen Gründen in Erwägung gezogen werden (günstigere Server und Gebühren), oder aber wenn man plant, Content und Domain ohnehin auf das jeweilige Land zuzuschneiden (bspw. thematisch und in der jeweiligen Landessprache). Objektiv betrachtet liegen der Attraktivität des Offshore Hostings aber meist auch zivil- und strafrechtliche Vorteile zugrunde, was nichts anderes bedeutet als, dass das jeweilige Land differenzierte rechtliche Auflagen an Webinhalte stellt, man also Inhalte hosten lassen kann die im eigenen Land nicht so ohne weiteres möglich wären. In Verbindung mit einem bspw. fehlenden Auskunftsabkommen zwischen beiden Ländern ist man mit Offshore Hosting im Bestfall weitestgehend anonym, was natürlich auch Tür und Tor für bspw. Trickbetrüger und Abzocker öffnet. Doch wie jede Medaille hat eben auch das Offshore Hosting zwei Seiten, und die ist nicht zwangsläufig negativ.

Legales und grauzonales Offshore Hosting

Sieht man vom Missbrauch der Möglichkeiten einmal ab, dann hat Offshore Hosting häufig einiges an Vorteilen, worunter in den meisten Fällen der Kostenfaktor fällt. Europäische Offshore Länder wie Russland, die Ukraine und Co. sind oftmals um ein Vielfaches günstiger wenn es um das Betreiben von Servern geht, was sich im Endpreis am Kunden deutlich bemerkbar machen kann. Wichtig wird Offshore Hosting auch dann, wenn man in Deutschland sitzt aber bspw. eine polnische Seite mit einer entsprechenden Domain betreiben möchte. Hier macht es durchaus Sinn seine Seite also auch in Polen hosten zu lassen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die fehlende Impressumspflicht in vielen Offshore Ländern in Kombination mit eingeschränkter Meinungsfreiheit. So sind regimekritische Seiten oftmals ohne Offshore Hosting gar nicht realisierbar, für Nordkorea oder Russland bspw. könnten daher Offshore Hoster ein politisches legitimes Mittel zur Wahrung der Meinungsfreiheit sein.

Darauf ist beim Offshore Hosting zu achten

Die oft rechtlichen Vorteile gegenüber dem eigenen Land bringen aber auch nicht selten Nachteile mit sich. So ist es bspw. schwer von Deutschland aus eine in Polen gehostete Seite strafrechtlich zu belangen, umgekehrt ist aber auch der deutsche Kunde in einem Offshore Land nicht davor geschützt über den Tisch gezogen zu werden – bezahlte Leistungen rechtlich einfordern wird also auch hier im Zweifel sehr schwer (zum Beispiel dann, wenn der Hoster pleite geht aber schon bezahlt wurde).
Grundsätzlich sollten Offshore Hoster seriös sein, sprich, selbst ein rechtskräftiges Impressum samt AGB bieten, allzu übertrieben günstige Preise bei gleichzeitig allzu attraktiven Versprechungen (unlimited Traffic, unlimitet Space) sollten mit Vorsicht genossen werden. Echtes Offshore Hosting bietet darüber hinaus an keine Kundendaten zu erfassen, kein bis kurzfristiger Serverlog und verschlüsselte Festplatten. Häufig wird auch Wert auf anonyme Bezahlmöglichkeiten gelegt, in jedem Fall aber sollte Support und Kundenberatung im Vorfeld angeboten werden.