Anonymes VPN

Ein anonymes Surfen ist etwas, das man zu Beginn, als das Internet noch neu war, als selbstverständlich unterstellt hat. In der Zwischenzeit ist man schlauer. Jeder Besuch einer Seite wird registriert und als “Historie” aufgezeichnet, wenn man sich nicht dazu entschließt, ein anonymes VPN zu nutzen. Die Idee, ich kann machen, was ich will, es sieht mich keiner, erwies sich spätestens dann als absurd, als man fest stellte, dass die Inhalte von Seiten, die man zuvor aufgerufen hatte, immer wieder angezeigt wurden. Das ist einmal lästig, denn das T-Shirt, das man zu Beginn noch toll fand, ist beim dritten Ansehen schon etwas enervierend. Wieso kommt das immer wieder, so fragt sich mancher? Cookies und Co sind eifrige Sammler von besuchten Seiten. Man ahnt es schon, dass es mit dem folgenlosen Surfen nicht so weit her sein kann!

Die Spuren verwischen, kann Spaß machen

Nun möchte jemand, der sich einen Rechner mit anderen teilt, zum Beispiel innerhalb einer Familie, nicht, dass alle wissen, welche Seiten er besucht hat. Es ist nun einmal nicht alles stubenrein oder so geartet, dass jeder darüber informiert sein müsste. Wer vor dem Herunterfahren den Browserverlauf löscht, räumt zwar den Rechner ein bisschen auf, aber die Seiten lauern sozusagen immer noch. Was dabei passiert, sind Verknüpfungen, ein Schritt-für-Schritt Vorgehen, das zeigt, wohin ein Rechner sich vorgearbeitet hat. Vom Aufrufen der Lottoergebnisse über das Tageshoroskop zu Waren jeglicher Art ist alles wie auf einem Präsentierteller verknüpft. Dagegen hilft ein anonymes VPN System, das diese Verknüpfung sozusagen auflöst.

Statt eines Browsers eine Vielzahl

Ein anonymes VPN arbeitet folgendermaßen: Sobald der Nutzer eine neue Seite aufruft, löscht er die Referenz-Information. Das heißt, der Nutzer fängt neu an zu surfen, ohne Vorgeschichte, ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Surfen im Hier und Jetzt, so könnte man dies nennen. Zudem erhält man eine P Nummer des Systems, wodurch man als Surfer anonym bleibt. Eine doppelte Absicherung ergibt sich daraus. Die sich aus dem Aufruf von Seiten als “Gesamtbild” ergebenden Nutzerprofile sind damit auch ausgeschlossen. Aus unzusammenhängenden Informationen lässt sich nun einmal kein Profil erstellen. Auch Bugs werden identifiziert und unschädlich gemacht. Das gesamte System des “Ausspionierens” und Zuordnens wird so außer Kraft gesetzt. Heraus kommt ein Chaos, das so wirkt, als würde der Nutzer mit Unmengen von Browsern arbeiten, ohne dass eine Struktur erkennbar wäre. Genau das ist auch die Idee. Die Vorstellung, dass Menschen berechenbar seien und manipulierbar, wird so wunderbar torpediert.