Anonymes Hosting

Viele Menschen, die eine eigene Website im Internet betreiben, kennen das Problem. Sie erhalten Abmahnungen, wenn sich rechtlich zweifelhafte Inhalte auf ihrer Seite befinden. Auch Spaming der privaten Adresse ist keine Seltenheit. Immer mehr Seitenbetreiber nutzen daher die Möglichkeit, ihre Website anonym zu betreiben – womit die Probleme gelöst werden.

Abmahnungen für alles

Um die Meinungsfreiheit im Internet ist es in Deutschland nicht weit bestellt. Auch wenn theoretisch jede Meinung geäußert werden darf, müssen sich Betreiber von Foren oder Blogs dafür verantwortlich machen, wenn auf ihrer Seite Inhalte erscheinen, die anstößig und unberechtigt sind oder auf irgendeine andere Weise mit dem Recht kollidieren. Für Hoster sind die Inhalte ihrer Seiten oft überhaupt nicht kontrollierbar. Werden zum Beispiel hitzige Diskussionen geführt, so ist es sehr wahrscheinlich, dass ein Forenmitglied früher oder später etwas schreibt, was nicht zu schreiben erlaubt ist. Über seine eingegebenen Kontaktdaten wird nun der Webseitenbetreiber dafür verantwortlich gemacht.
Ebenso treten Probleme auf, bei denen Betreiber von Webseiten mit dem so genannten “Whois-Service” Spammails, Scherzanrufe, Zeitungsabonnements und andere Dinge bekommen haben. Dies liegt daran, dass die eingegebenen Kontaktdaten auf diesen Webseiten fast ungeschützt sind und von einem Fachkundigen mit wenigen Klicks eingelesen werden können.

Anonym bleiben

Um diese Probleme zu umgehen, gibt es schon seit einiger Zeit Anbieter, die anonyme Domains verkaufen. Um eine solche Domain zu bestellen, reicht es häufig, eine E-Mail-Adresse anzugeben (diese kann bei vielen Betreibern anonym eingerichtet werden) und die Bezahlung zu vollziehen. Die Standorte der Betreiber befinden sich nicht in Deutschland sondern in, in Hinblick auf das Internet, sehr liberalen Staaten wie zum Beispiel Panama oder Singapur. Die Wahl sollte jedoch auf einen renommierten Namen fallen, da es schon häufiger vorgekommen ist, dass Anbieter nach einiger Zeit einfach verschwunden sind.
Da die Kontaktdaten auch dem Domainbetreiber nicht bekannt sind, gibt es keine Möglichkeit, sich an den Domainbesitzer zu wenden. Hinsichtlich der Seiteninhalte hat man sozusagen freie Hand. Das Betreiben von anonymen Websites ist nicht illegal, dennoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Inhalt immer noch dem deutschen Recht unterliegt. Offensichtlich illegale Inhalte sollten auch hier nicht publiziert werden.

Völlige Sicherheit

Um komplett zu verhindern, dass die Spur eines Webseitenbetreibers auszumachen ist, sollten noch einige weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. So sollte die IP-Adresse mit einem VPN-Service verschlüsselt werden. Auch bei der Bezahlung ist Vorsicht geboten. Am besten bezahlt man mit einer anonymen Geldkarte, die man an jeder Tankstelle oder in jedem Supermarkt erwerben kann. Wer all diese Tipps beherzigt, wird seine Domain bald ohne all die nervigen Probleme betreiben können – und ohne ständig die Inhalte auf seinen Website kontrollieren zu müssen.