Weil Kunden anonym bleiben durften: Verhaftung nach der größten DDoS-Attacke der Internetgeschichte

Verfasst am 24. Mai 2013 – 08:07 | von Frank |

Die spanische Polizei hat nach eigenen Angaben einen Niederländer mit Namen Sven Kamphuis verhaftet. Bei dem 35-Jährigen handelt es sich um den Geschäftsführer des niederländischen Webhosters Cyberbunker. Er soll für den größten DDoS-Angriff der Internetgeschichte verantwortlich sein, der vor einigen Wochen einige europäische Länder erschütterte. Grund ist ein Streit um anonyme Domains. Und es könnte trotz der Verhaftung noch nicht vorbei sein.

Streit zwischen Cyberbunker und Spamhaus

Begonnen hat alles durch einen Streit zwischen Cyberbunker, das seinem Namen seinen Standort in einem alten Nato-Bunker verdankt, und Spamhaus. Spamhaus kritisierte Cyberbunker dafür, dass die Kunden bei dem Unternehmen anonym Domains registrieren können. Tatsächlich schließt Cyberbunker einzig Kinderpornographie und terroristische Aktivitäten aus. Zugleich führt Spamhaus Cyberbunker auf der schwarzen Liste des Unternehmens, mit der die eigenen Kunden vor Absendern von Spam-Mails gewarnt werden sollen. Aus Rache führte Kamphuis offenbar die Internet-Attacke durch, die sich gezielt gegen Spamhaus und alle mit dem Unternehmen verbundenen Seiten richtete. Der Angriff hatte ein Volumen von 300 GB pro Sekunde und war damit sechsmal größer als alles, was das Internet bisher in dieser Art erlebt hatte.

Anhänger von Kamphuis kündigen Vergeltung an

Die Geschichte ist an dieser Stelle womöglich aber noch nicht zu Ende. Die Anhänger des Niederländers kündigten kurz nach dessen Verhaftung “Vergeltung” über das Internet an. Man werde den größten Angriff in der Geschichte des Internets starten. Dieser werde sich erneut gegen Spamhaus sowie gegen alle Medienunternehmen, die den guten Ruf von Kamphuis “in den Schmutz gezogen” hätten, richten.

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